Das Museum deines Lebens

Willkommen in den eigenen vier Wänden – hier geht’s zum Museumstag!

Er steht an einer dunkelbraunen Holztür und mustert die detailliert geschnitzten Figuren an ihr. Die Eisenklinke quietscht unter dem Druck seiner Hand und die Tür öffnet sich geheimnisvoll langsam. Ein Moschusduft dringt in seine Nase – Erinnerungen an seine Kindheit werden wach. Vergessene Momente und wundersam warme Gefühlswellen überschwemmen ihn. Die Wände zeigen Fotos, Bilder und Malereien von seinem bisherigen Leben. Überall laufen Diashows. Er hört sein fröhliches Kinderlachen, Gesichter von alten Freunden und seiner Familie strahlen ihm entgegen. Gefesselt von den Eindrücken, schreitet er langsam von Raum zu Raum. Auf den Fotos sieht er sich aufwachsen und zu einem jungen Mann werden. Die Bilder werden immer weniger fröhlich. Das Altern beraubt ihn seines Frohmuts. Freunde kommen und gehen. 

 

Vor einem Bild im schwarzen Rahmen hält er schließlich inne. Seine jüngste Vergangenheit. Es zeigt ihn mit in Falten gelegter Stirn, vor einem Computer sitzen. Gedanklich in Eile. Er fühlt, wie der Mangel an Zeit ihn übermannt und der Druck ihn völlig vereinnahmt. In seiner Erinnerung sieht er, wie sein Sohn aufgeregt ins Arbeitszimmer kommt, um ihm sein selbstgemaltes Bild stolz zu präsentieren. Er schaut es nicht an, schickt ihn mit einer kurzen, rüden Antwort weg. Er muss arbeiten. 

 

Solche Fotos und Videos sieht er in dem Raum überall. Er nimmt wahr, dass die Fröhlichkeit, das Lachen und die Leichtigkeit aus seinen Kindheitstagen nahezu vollständig ausgelöscht sind. Traurigkeit und Selbstzweifel überkommen ihn. 

Mit hängenden Schultern wendet er sich ab und sieht plötzlich – wie aus dem Nichts – eine einladende, weiße Tür. Sie wirkt fast deplatziert in dem alten, klobigen Museum, in dem er steht.

Seine Neugierde ist geweckt.

Sein Herz schlägt schneller und die kindliche Aufregung kehrt zu ihm zurück. Entschlossen läuft er zur Tür und stößt sie auf. Voller Leichtigkeit scheint sie durch seine Hände zu gleiten und öffnet ihm einen hellen, lichtdurchfluteten Raum. Auch dieser Anbau gehört zu ihm. Nur ist hier kein einziges Bild aus vergangenen Tagen zu sehen. Jeder Schritt weiter in den Raum bringt ein neues Bild von ihm zutage, aus der Zukunft! Er lacht, er spielt mit den Kindern. Er gibt seiner Frau einen Kuss und genießt seine Zeit während der Arbeit. Der Mensch auf dem Foto im schwarzen Rahmen existiert hier nicht. „Was ist das?“ fragt er sich. Vor einem Bild bleibt er stehen – es zeigt ihn fröhlich. Nahezu strahlend. Friedlich. In sich ruhend. Er fühlte Sehnsucht – nach Leben und nach sich selbst. Er wusste, er ist dieser Mann. Und er begab sich auf seinen Weg… 

 

 

Ein Museumstag nach John P. Strelecky 

 

Der Erfinder des Museumstags ist John. P. Strelecky. Er ist bekannt für seine Bestseller Bücher wie zum Beispiel „Café am Rande der Welt“ oder „Big Five for Life“. Mehr zu seinen Büchern und ihren brillanten Inhalten hat Gabriele Feile in einer Trilogie für dich hier zusammengestellt. Aber zurück zum Museumstag. John selbst beschreibt den Museumstag in einem Interview* folgendermaßen: 

„Stell dir vor, jeder Moment unseres Lebens wird aufgezeichnet. Alles, was wir getan, gesagt und wie wir unsere Zeit verbracht haben. […]. Wenn wir es liebten, mit der Familie oder mit Freunden zusammen zu sein oder unseren Hobbys nachzugehen, aber aus welchen Gründen auch immer nur zwei Prozent unserer Zeit mit diesen Dingen verbrachten, dann würden diesen Dingen, egal wie sehr wir uns wünschten, dass es anders wäre, nur zwei Prozent gewidmet sein. Vielleicht nur ein paar Bilder in der Nähe der Ausgangstür. […] “ 

 

Deine Emotionen und deine Taten werden dir in Form von Bildern an deinem Museumstag in ihrer Ausprägung proportional zur Realität wiedergegeben. Führst du einen sehr arbeitsreichen Alltag und bist als Workaholic bekannt, werden dir überwiegend Medien eines Arbeitstiers gezeigt. Es gibt keine Ausflüchte oder Verdrehungen. Du siehst, was du bist. Die Frage ist – magst du, was du zu sehen bekommst? 

 

Was würde dein Museumstag enthüllen? 

 

Lass dich einmal auf die Reise ein und mache dich gedanklich auf den Weg zu deinem Museum. Was siehst du?

Wie fühlt es sich an?

 

Nun stell dir vor, du bist der Galerist und bist dafür verantwortlich, welche Bilder und Momente von dir ausgestellt werden. Jeder noch so kleine Augenblick deines Lebens wird festgehalten und füllt den großen Raum in deinem Museum mit Erinnerungen an dich. Diese Art der Lebensanschauung verhilft uns zu großartigen Entscheidungen, die aus tiefsten Herzen getroffen werden.

Es ist die Möglichkeit, das Leben und seine zahlreichen Wege auf eine ganz besondere Art zu betrachten und zu nutzen. Was auch immer dir zu fällt, kannst du bewusst annehmen oder bewusst ablehnen. Die Prioritäten sind für dich deutlicher erkennbar und das verändert deine Einstellung zu dir und deinem Leben. Der Mensch vom Foto im Anbau mit all seinen Emotionen gibt dir Aufschluss darüber, ob du aktuell auf dem für dich richtigen Weg bist. Du hast die Möglichkeit, mit deinen Eindrücken und Gefühlen, die du bei deinem Besuch im Museum wahrnimmst, ganz bewusst in Resonanz zu treten. Deine Wahrnehmung wird dir helfen, in zukünftigen Situationen klar zu spüren, ob deine Entscheidung der Person aus dem alten oder dem neuen Museumsteil zuträglich ist. 

Das ist der erste Schritt dem Menschen auf den Bildern im Anbau näher zu kommen und ein selbstbestimmtes Leben voller Freude und Liebe zu führen. 

Falls du noch eine Portion Gänsehaut verträgst, empfehle ich dir das Video zum Museumstag.

Über den Klub der Kommplizen:

Kommplizinnen und Kommplizen sind Menschen, die vorwärts kommen wollen, um endlich anzukommen. Damit sie  vollkommen sein können - vollkommen sie selbst. So wie Schmetterlinge.

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Über Nadja Rondke:

Nadja hat ihre Leidenschaft in der Persönlichkeitsentwicklung gefunden. Mit Hilfe von 1:1 Coaching, Workshops und schriftlicher Begleitung kann sie dir helfen, wieder in deine Verbindung zu kommen.

Mehr zu Nadja auf ihrem Blog oder bei LinkedIn.

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