Gibt es eine Verbindung deiner Angst und deiner Wut?

 

„Der wahre Mut besteht darin, dir selbst die Frage zu stellen, wovor du Angst hast. Schau hin, was dich wütend macht.“ 

Damit habe ich den Teil 1 abgeschlossen. Aber Wut und Angst sind doch zwei völlig verschiedene Empfindungen! Das eine Gefühl ist laut, das Andere leise. Das Eine tobt, das Andere zittert. Gefühle sind aber immer ein Kreislauf und sie verlaufen in Wellen. Jede Angst vergeht und jede Wut ebenso – genauso wie Freude, Lust und Lebendigkeit. Jedes Gefühl hat sein Beginn und sein Ende und sie gehen ineinander über. Wir haben niemals einfach gar kein Gefühl. 

Deine verborgene Angst erkennen und beheben!

 

Ich nehme dich zur Veranschaulichung des Themas beispielhaft mit zu Jana und Peter. Die folgenden Hintergrundinformationen sind für die Erörterung am Ende sehr wichtig. 

 

Jana und Peter sind seit einigen Jahren ein Paar und leben zusammen in Janas Eigentumswohnung. Sie würden gern in eine gemeinsame Immobilie ziehen, aber Peter hatte bislang oft Pech bei seinen Arbeitgebern – entweder hat er nur kurzfristige Projektverträge bekommen oder wurde als Erster entlassen, wenn die Firma umstrukturierte. Auch während seiner Ausbildung war er bereits immer der, der gegen die anderen Azubis im Betrieb den Kürzen zog – bei Urlaubsanträgen, Überstundenabbau oder bei der Schichteinteilung – nie wurde auf seine Wünsche Rücksicht genommen. 

 

Peter ist als drittes Kind in seine Familie geboren. Seine beiden älteren Brüder sind von Natur aus eher dem Vater ähnlich – stark, groß und männlich. Er wiederum kommt eher der Mutter gleich – ist zart, zurückhaltend und ruhig. 

 

Angst wird zu Wut.

 

Heute ist es nun wieder soweit. Jana und Peter streiten über eine belanglose Kleinigkeit – in Janas Augen. Sie hatte beim Einkauf den Saft vergessen, den er sich gewünscht hatte. 

 

An diesem Tag, war das zu viel für Peter – er wurde richtig wütend und tobte.

„Na klar – an deine Sachen hast du penibel gedacht! Das ist ja immer so! Du kommst immer zu erst – deine Wünsche sind hier die einzigen die zählen. Oh, der feine Herr will Saft haben! Nein, das gibt es nicht, im Hause Jana!“

 

Höre genau hin!

 

Was sagt Peter damit eigentlich?

 

Mit den Hintergrundinformationen ist es recht offensichtlich. Peter fühlt sich (immer) zurückgesetzt. Er empfindet es so, als wären alle mehr wert, als er selbst. Er empfindet sich selbst als nicht passend und unzureichend. Nie genügt er. Und in dem Fall wird Jana als Schuldige auserkoren, denn so kann er die Verantwortung für sein Empfinden an sie abgeben. Das ist deutlich leichter zu ertragen, als selbst dafür einzustehen.

Sie wohnen in Janas Eigentumswohnung.
Die Brüder sind dem Vater nahe. 
Seine Kollegen bekommen Vertragsverlängerungen.
Die Wünsche der anderen Azubis werden bei der Zuteilung der Schichten berücksichtigt.

 

Der vergessene Saft war zwar der Auslöser seiner Wut. Die Wut hat aber ihren Ursprung darin, dass er vor dem Leben und einer erneuten Niederlage Angst hat. Peter muss doch immer zurückstecken (in seiner Wahrnehmung). Er kann es einfach nicht mehr ertragen und will sich selbst sehen und spüren. Die Angst vor Ablehnung oder nicht zu genügen sprudelt in Form von Wut an diesem Tag aus ihm heraus. 

 

Vielleicht kennst du Situationen wie diese auch. Ich lade dich ein, den „den Saft zur Seite zu stellen“ und hinzuschauen, worum es dir wirklich geht. 

 

Hier geht es zu ein paar Ideen, wie du diesem Kreislauf entgehst. Lies dazu den letzten Teil der Reihe Wut und Angst.

 

 

Über den Klub der Kommplizen:

Sobald echte Kommplizinnen und Kommplizen zusammen kommen, passiert etwas Magisches: Ihre Talente, ihre Beherztheit und ihre Schaffensfreude verschmelzen. Sie vollbringen Dinge, die atemberaubend und weltbewegend sind.

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Über Nadja Rondke:

Nadja hat ihre Leidenschaft in der Persönlichkeitsentwicklung gefunden und schreibt derzeit ihr erstes Buch zu diesem Thema. Mit ihren Ansätzen und Impulsen möchte sie Sinn-Suchenden Mut und Inspiration geben, die Reise ins Selbst anzutreten.

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