Selbstfindung – nichts ist schwieriger, oder?

 

Viele Menschen wollen sich selbst finden – bewusst oder unbewusst. Das ist gut so. Denn dafür sind wir alle da: so zu sein, wie wir wirklich, wirklich sind. Und dabei zu wirken. Echt.

 

Beobachtungen zeigen, dass der Wunsch nach Selbstfindung zwar sehr stark ausgeprägt ist. Doch genauso groß wie dieser Wunsch, scheinen auch die Hindernisse zu sein, die Menschen davon abhalten, zu sich selbst zu finden.

 

Nach unzähligen Gesprächen, genauem Zuhören und aus ganz persönlicher Erfahrung, sind es 5 Hindernisse, die am häufigsten genannt werden, die auf dem Weg zur Selbstfindung auftauchen. Sie hindern Menschen scheinbar daran, näher und schneller bei sich selbst anzukommen.

 

Hinweis: Diese Liste ist nicht nach Häufigkeit oder Wichtigkeit sortiert. Vielmehr ist es so, dass die Hindernisse oft gemeinsam auftreten und irgendwie zusammenhängen.

 

Geld

 

Es ist kein Wunder, dass in unserem Wirtschaftssystem Geld ein großes Thema ist. Der Kreislauf funktioniert vereinfacht so: wir arbeiten, bekommen dafür Geld, geben dieses Geld wieder aus, und damit wird jemand anderes bezahlt, der ebenfalls arbeitet. Wenn man es so betrachtet, bleibt Geld nie länger bei jemandem, sondern ist ständig in Bewegung.

 

Dennoch sehen es die meisten Menschen als großes Problem an, wenn sie kein oder zu wenig Geld haben oder verdienen. Von außen wird uns vorgehalten, dass, wer Geld will, etwas leisten muss. Es wird erwartet, dass wir unser Geld einerseits ausgeben – also konsumieren – damit die Wirtschaft läuft. Und andererseits sollen wir es lieber sparen, weil wir ansonsten im Alter arm sein werden.

 

Gleichzeitig steigt der Druck, etwas darzustellen – nicht nur in den Sozialen Netzwerken. „Wer viel hat, ist viel wert“, das scheint der Tenor zu sein.

 

Es ist also sehr schwierig, das Thema Geld nicht als Hindernis zu betrachten bei der eigenen Selbstfindung.

 

Zeit

 

Zeit, so empfinde ich es zumindest, ist das Wertvollste, was wir haben. Bedingungslos erhalten wir jeden Tag 24 Stunden, das sind 1.440 Minuten, mit denen wir tun können, was wir wollen.

 

Die meisten von uns entscheiden sich dafür, den Großteil der wachen Stunden mit Arbeit zu verbringen. Denn von dort kommt das Geld, wie wir oben gelernt haben. Die Folge ist oft, dass uns nur wenig Zeit bleibt, das zu tun, was wir nicht als Arbeit empfinden: Hobbys ausüben, ehrenamtlich tätig sein, Entspannung und Bewegung, Neues lernen oder erleben und Zeit mit der Familie und mit Freunden verbringen.

 

Wir jonglieren mit den Minuten und schaffen es nicht, mehr Zeit herauszuholen. Meistens beschneiden wir die Zeit, die wir für uns selbst – ganz alleine und intensiv – haben. Leider.

 

Dafür gibt es mehrere Gründe, wie etwa:

 

  • Wir finden, alle anderen sind wichtiger als wir selbst.
  • Wir glauben, andere mögen uns nicht, wenn wir keine Zeit mit ihnen verbringen.
  • Wir befürchten, dass beim Alleinsein etwas auftaucht oder passiert, das schmerzhaft ist.

 

Zeitmangel ist also etwas, das vielen Menschen gerade recht kommt. Und das ist schade.

 

Kinder

 

Eltern lieben ihre Kinder – das ist zumindest der erwünschte Zustand. Und genau deshalb wollen sie ihnen ein gutes Leben bieten. Sie sollen viel lernen können, es soll ihnen an nichts (Materiellem) mangeln, sie sollen gesund aufwachsen und sie sollen gut auf das anstrengende Leben als Erwachsene vorbereitet sein. Die Verantwortung für kleine Menschen ist enorm, keine Frage.

 

Viele Eltern fühlen sich wie auf einem Drahtseil, das hoch über dem Boden gespannt ist. Ein falscher Schritt kann einen tiefen Sturz bedeuten. All der Ballast, den Erwachsene mit sich rumtragen (auch die Sorgen um Geld oder der gefühlte Zeitmangel) bringt sie aus dem Gleichgewicht. Und all das gilt nicht nur in Zeiten von Home Schooling. Auch in „normalen“ Zeiten jonglieren Mütter und Väter mit ihren Verpflichtungen und Bedürfnissen. Und mit denen der Kinder.

 

Übrigens: „Keine Kinder zu haben“ erscheint manchen Menschen auch als Hindernis.

 

Alter

 

Jedes Alter hat seine guten und seine weniger guten Seiten. Junge Menschen mögen – meist – gesund und fit sein, lernen Neues vielleicht schneller und sind flexibler. Ältere hingegen haben einen reichen Erfahrungsschatz, sind in der Regel gelassener und ihr Netzwerk ist sehr stabil.

 

Es ist also egal, wie alt du bist. Auf dem Weg zu dir selbst gibt es – wie bei allen Reisen – verschiedene Etappen. Für diese braucht es unterschiedliche Ausrüstung, andere Reisegefährten und diverse Vorbereitungen.

 

Krankheiten

 

Bedauerlicher Weise sind nicht alle Menschen gleichermaßen gesund – körperlich oder seelisch. Krankheiten kommen und gehen, manche bleiben. Und manche waren schon immer da, seit Tag 1 des Lebens, also schon vor der Geburt. Alle Leiden, die wir haben, gehören also zu uns. Und nicht nur das: manche Menschen brauchen sie sogar, weil erst sie sie zu dem machen, was sie sind – in ihrer Wahrnehmung.

 

Um noch einen Schritt weiter zu gehen: Körperliche Beschwerden tauchen oft dann auf, wenn wir „nach ihnen rufen“. Hattest du nicht auch schon mal eine Erkältung, als du „die Nase von etwas gestrichen voll“ hattest?

 

Krankheiten können also ein Hindernis sein – doch genauso gut können sie eine Energiequelle für die Selbstfindung sein – oder ein hilfreicher Hinweis auf das, was wir (als nächstes) tun oder lernen sollen.

 

Übrigens:

 

„Ein PRO-Blem ist FÜR DICH. Ansonsten wäre es ein CONTRA-Blem.“ Dieter Hörner

 

Die Hindernisse ausräumen

 

Diese 5 am häufigsten genannten Hindernisse sind eine Tatsache für viele Menschen. Sie sind gesellschaftlich akzeptiert. Über sie zu diskutieren ist sehr mühsam, es fehlen valide Argumente. Oder nicht?

 

Wie hinderlich sie tatsächlich sind bei deiner Selbstfindung und Selbstverwirklichung, welche versteckten Botschaften sie für dich bereithalten und wie du Hindernisse zu Beschleunigern machen kannst, all das wirst du auf deinem weiteren Weg zu dir selbst erfahren, erleben und erkennen.

 

Auf der Landbrücke sprechen wir immer wieder – in loser Reihenfolge – über eines der Hindernisse, wir schauen aus verschiedenen Blickwinkeln darauf und bauen dir passende Brücken, damit du sie überwinden kannst. Du kannst jetzt zum Beispiel mit deiner Standortbestimmung beginnen:

 

Über den Klub der Kommplizen:

Sobald echte Kommplizinnen und Kommplizen zusammen kommen, passiert etwas Magisches: Ihre Talente, ihre Beherztheit und ihre Schaffensfreude verschmelzen. Sie vollbringen Dinge, die atemberaubend und weltbewegend sind.

Alles zum Klub der Kommplizen 

Über Gabriele Feile:

Gabriele ist angekommen und sieht eine Welt voller Schmetterlinge. Sie ist sich sicher: Je mehr Menschen so sind, wie sie gedacht sind und tun, wofür sie gemacht sind, desto ausgeglichener ist die Welt. Dafür baut sie Brücken.

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