Wenn das Ergebnis alle überrascht, hat man ganz viel richtig gemacht.

 

VAUDE erdet uns erst einmal

 

Auch wenn wir dieses Mal nur eine kleine Gruppe waren, hatten wir während der Anfahrt aus Bayern bis Tettnang am Bodensee schon mächtig viel geredet, gelernt und erlebt. Als wir bei VAUDE ankamen, die Landluft einatmeten und an der Kletterwand vorbei zum Haupteingang gingen, kamen wir alle spürbar zur Ruhe.

 

Es gab kein hektisches Gewusel und keine Menschenansammlungen, sondern freundliches Lächeln von allen Seiten und eine gut gelaunte Gastgeberin, die uns mit in unseren heutigen „Zauberraum“ nahm. Der Raum hieß „Hochvogel“ und liegt 2.592 Meter hoch in den Allgäuer Alpen. Das war der Ausblick:

 

Neu Fuehren mit Ausblick

 

Die gewünschte Wirkung des Tages war spätestens klar, nachdem alle, auf Gabrieles freundliche Anleitung hin, den mitgebrachten Ballast im Geiste in eine große Kiste packten und diese fest zunagelten. Wir ließen diese Kiste buchstäblich den ganzen Tag links von uns liegen. Wer sie abends mitnehmen wollte, wurde daran nicht gehindert.

 

So weit kam es aber nicht. Denn: wir bewegten uns heute ohne Übergepäck auf eine unbewohnte Insel, auf der es keine Regeln, keine gewachsenen Strukturen und keine Besserwisser gibt. Stattdessen konnten wir dort ohne Scheu alles machen, was uns in den Sinn kam. Ein Traum!

 

People + Planet + Profit – gilt auch hier

 

Während Irina uns die nachhaltige Philosophie von VAUDE erklärte, stärkten wir uns mit Butterbrezeln und Heißgetränken. Was klar war: eine kurze Präsentation, an deren Ende alle höflich auf die Tischplatte klopften, bekamen wir heute nicht. Dafür waren wir alle zu neugierig und zu kommunikativ.

 

Wir schafften es aber, noch vor dem Mittagessen die Manufaktur und die Upcycling-Werkstatt zu besichtigen. Dort lernten wir, wie die klassischen Taschen und Rucksäcke entstehen und wie die verbleibenden Materialien von zwei ehemaligen Asylbewerbern zu Einkaufstaschen vernäht werden. Besser kann man Integration kaum leben – und den Planeten dabei noch lebenswert erhalten, indem aus „Müll“ etwas Sinnvolles entsteht – und zwar mehr als Taschen.

 

Neu Fuehren - Upcycling Werktstatt bei VAUDE

 

Wer isst, soll sich bewegen

 

In der Bio-Kantine Mittagsspitze aßen wir unter VAUDElern und stärkten uns für den strammen Marsch entlang von Hopfenäckern. Und weil wir alle nachhaltig denken, halfen wir Irina beim Aufsammeln von Müll, der leider auch hier unachtsam (oder absichtlich) weggeworfen wird. Nach dieser Bewegungseinheit waren unsere Köpfe frei und wir waren bereit für den intensiven Nachmittag.

 

Charley übernahm die Einführung und schaffte es, durch eine sehr angenehme Meditation aus uns die unterschiedlichsten Ansätze zum Thema „Neu Führen“ hervorzulocken. Wer jetzt dachte, das war’s, hatte geirrt. Denn jetzt begannen die Diskussionen.

 

Wie so oft bei „Schlagworten“, hatten wir alle ganz andere Vorstellungen von gutem Führen. Das zeigte uns deutlich auf, wie wichtig es ist, ganz individuell zu führen und Schubladen-Denken zu vermeiden. Wer aus Karrieregründen führt oder einfach nur seine Ziele durchsetzen will, führt nicht mit dem Herzen, sondern sieht Menschen als Mittel zum Zweck. Das mag keiner – auch nicht diejenigen, die so führen.

 

Wer hat an der Uhr gedreht?

 

Wie immer, wenn man etwas tut, das einem aus ganzem Herzen wichtig ist, raste die Zeit. Wir hatten noch knapp eine Stunde, als wir beschlossen, unsere ideale Vorstellung von Führen zu Papier zu bringen, um uns per Unterschrift dazu zu verpflichten. Denn: Führen beginnt immer erst bei uns selbst, darüber waren wir uns klar. Und das Wort, das wir mit menschlichem Führen in Verbindung bringen, entstand zunächst aus einem Verständnisfehler, sagt aber genau das, was wir alle fühlten.

 

Es lautet: FAIRFÜHREN – und es wurde ein Manifest.

 

Keiner von uns hat mit diesem Ausgang gerechnet. Weil wir völlig offen waren und kein „Ziel“ formuliert hatten, sondern „nur“ eine Wirkung.

 

Was wirklich bemerkenswert war: Wir haben es geschafft, in einer sehr klaren Sprache, ohne umständliche „Wenns und Abers“ und vor allem ohne ständiges Korrigieren (jeder Satz saß) etwas aufzuschreiben, hinter dem wir alle stehen und das wir alle ab sofort als unsere Basis zum Führen nutzen werden. Und zwar in jeder Situation, unabhängig von unserer „Position“.

 

 Alle Fotos: Gaby Feile

 

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Diesen Artikel findest du in seiner vollständigen Version und mit allen "Geheimnissen" im E-ssay "Aktiviere deine Führungskraft." Dort zeigt Gabriele Feile auf, wo Führen beginnt und wie jeder Mensch andere führen kann - ganz natürlich.

Über den Klub der Kommplizen:

Kommplizinnen und Kommplizen sind Menschen, die vorwärts kommen wollen, um endlich anzukommen. Damit sie  vollkommen sein können - vollkommen sie selbst. So wie Schmetterlinge.

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