Monopoly ist ein bekanntes US-amerikanisches Brettspiel. Ziel des Spiels ist es, ein Grundstücksimperium aufzubauen und alle anderen Mitspieler in die Insolvenz zu treiben. (Quelle: Wikipedia)

 

Vielleicht hast du Monopoly früher gerne gespielt, vielleicht spielst du es immer noch. Es ist ein unterhaltsamer Zeitvertreib, und wenn man gewinnt, hat man für eine Weile ein triumphales Gefühl. Dass alle anderen Mitspieler dafür in den Ruin getrieben werden, das kann man den Regeln zuschreiben. Und so richtig in Frage stellt man das nicht, oder?

  

Anders als gedacht

 

Wusstest du, dass die Erfinderin, Elizabeth Magie, das Spiel schon 1903 entwickelt hat, und zwar unter dem Namen „The Landlords’ Game“ (Das Spiel der Grundbesitzer)? Und war dir klar, dass es ursprünglich zwei Versionen des Spiels gab, die man abwechselnd spielen sollte?

 

Magie ging es darum, aufzudecken, wie ungerecht es sein kann, wenn wenige Investoren die verfügbaren Grundstücke untereinander aufteilen. Sie können unermessliche (Spekulations-)Gewinne machen, während die Nutzer (also Mieter oder Pächter) finanziell relativ wenig davon haben. Kommt dir das bekannt vor?

 

Um hautnah zu erleben, wie es sich anfühlt, auf einer der beiden Seiten zu stehen, gab es also zwei Spielarten vom „Landlords’ Game“:

 

Prosperity (Wohlstand): Jeder Spieler bekam immer Geld, wenn einer der Mitspieler eine Immobilie kaufte (man kann das mit einer Steuer vergleichen). Das Spiel endete dann, wenn der Spieler, der mit dem geringsten Vermögen begonnen hatte, dieses verdoppelt hatte. #allegewinnen

 

Monopoly (Monopol): Hier gewann der Spieler, der am meisten Miete einnahm – von denjenigen, die das Pech hatten, auf seinen Grundstücken zu „landen“. Wenn alle pleite waren, gab es einen alleinigen Gewinner. #einerwirdgewinnen

 

Der Sinn war, im direkten Vergleich zu erkennen, wie pures (Würfel-)glück darüber entscheidet, wer wie viel Geld verdient und besitzt. Und wer leer ausgeht.

 

Magie versuchte längere Zeit, das Spiel in diesem Kontext zu vermarkten. Es gelang ihr nur sehr begrenzt. Im Jahr 1930 kaufte schließlich Parker Brothers das Patent von Magie, brachte es aber nur in der „Monopoly“-Form auf den Markt. Der Rest ist Geschichte!

 

Man kann jetzt spekulieren, welchen Einfluss das Spiel auf die Wirtschaft und auf das Verhalten der Leute hat und hatte. Oder ob es einfach nur das abbildet, was schon vorher existierte. Was glaubst du?

 

– erkundigt sich deine Kommplizin Gaby Feile

 

PS: Diese Geschichte habe ich im Buch Doughnut Economics von Kate Raworth entdeckt. Sie schreibt dort über „Seven Ways To Think Like a 21st Century Economist“. Das Buch lohnt sich, nicht nur, weil es eines der wenigen Wirtschaftsbücher ist, das von einer Frau geschrieben wurde.

 

Foto: Horst Frank, CC BY-SA 3.0,

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3627036

 

Über die Kommplizin:

Gaby Feile glaubt, dass es möglich ist, Unternehmen zu schaffen, die Lieblingsplätze für alle sind. #allegewinnen, so wie in der Wohlstands-Version von „The Landlords Game“.

Mehr über Gaby Feile

 

Über den Klub der Kommplizen:

So wie in der Nationalmannschaft, kommen im Klub der Kommplizen begabte Macherinnen & Macher aus verschiedenen Unternehmen zusammen. Ihre Mission: Unternehmen zu Lieblingsplätzen für alle zu machen.

Alles zum Klub der Kommplizen

 

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