Es war in den 1990er Jahren. Damals war ich schon berufstätig bei einer großen deutschen Bank. Und dort begann damals die „Fortschreibung der Struktur“ – in großem Umfang. „Change“ würde man heute sagen.

 

Plötzlich gab es Ziele, die Filialen und Teams erreichen mussten. Es ging um Verkauf, nicht mehr um Beratung. Und es wurden sehr viele Aufhebungsverträge mit langjährigen MitarbeiterInnen geschlossen. Das war eine sehr angespannte Zeit und für die meisten von uns KollegInnen neu. Selbst mein damaliger Chef, der schon einige Jahrzehnte bei der Bank war, war von dieser Situation überrascht.

 

Eines Tages sagte er zu uns KollegInnen: „Ich bin sicher, dass die Person, die das alles wieder ins Lot bringt, schon unter uns ist. Irgendwo in der Bank gibt es jemanden, der/die aufsteht und fragt: Was macht ihr hier eigentlich? Seht ihr nicht wo das hinführt?“

 

Wir Jüngeren haben ihm damals geglaubt, unserem Chef. Nur leider behielt er nicht Recht. Niemand hat sich gezeigt. Die „Fortschreibung der Struktur“ nahm ihren Lauf und es wurde – damals kaum vorstellbar – im Laufe der Zeit sogar noch schlimmer: mehr Druck, höhere Ziele, mehr Entlassungen. Die Börsen spielten immer wieder mal verrückt. Vorstandsvorsitzende wechselten. Die Finanzkrise kam und ging. Hinterlassen hat sie verbrannte Erde und wenig echte Erkenntnisse, aus denen die Beteiligten wirklich, wirklich was gelernt haben.

 

Und heute: steht die Bank so schlecht da wie noch nie! Milliardenverluste, Gerichtsprozesse, Führungskrise, miserable Börsenbewertung – you name it!

 

Der Mensch, auf den du wartest

 

Ich will nicht wissen, ob du Mut hast, der Angst in ihr Gesicht zu sehn;
Und wenn du hinfällst wirst du aufstehn und einfach weitergehn.
Wirst du mit mir im Feuer stehn.*

 

Ich habe keine Ahnung, ob es diesen einen Menschen in der Bank damals wirklich gegeben hat. Es tut gut, sich das vorzustellen. Vielleicht hat er sich sogar zu Wort gemeldet. Vielleicht wurde die Person belächelt oder von der Mehrheit zum Schweigen gebracht.

 

Oder aber: niemand traute sich, aktiv zu werden und die Stimme zu erheben. Alle dachten vielleicht: es wird schon jemand tun!

 

Der bist DU.

 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du das hier liest, weil du so ein „Jemand“ bist. Du machst Dinge, die vom Mainstream abweichen. Du hast Träume und Visionen. Du hast alles, was es braucht, um aufzustehen, deine Stimme zu erheben und dich zu bewegen. Damit andere dir folgen können.

 

Unternimmst du was?

 

Setz die Segel mach die Leinen los, da draußen warten deine Träume;
Am Horizont ist Gold – siehst du es scheinen?*

 

Vielleicht hast du die Segel schon gesetzt und bist losgesegelt – mit deiner Crew. Du hast ein Unternehmen gegründet, begeisterte Fans gefunden und ihr bietet euren Kundinnen und Kunden ganz viel Nutzen. Das ist großartig!

 

Je mehr Er-folg ihr habt, desto kühner werden eure Vorhaben. Ihr wollt nicht nur „ein großartiger Platz zum Arbeiten“ sein. Ihr wollt ein Platz sein, der auch ansonsten großartig ist: für Kundinnen, Lieferanten, Nachbarinnen, Familien, Geschäftspartnerinnen, andere Unternehmen – und die Welt.

 

Das heißt: ihr wollt weiter gehen, weiter segeln und weiter machen als viele andere. Am liebsten wollt ihr metamorphosieren. Denn das ist weit mehr als Change, das ist Verwandlung in seiner kraftvollsten Form. Ihr wollt Teil einer neuen Wirtschaft sein.

 

Oder: wirkst du mit-wissend und mit-machend?

 

Erzähl mir nicht, dass andre Schuld sind; denn alles fängt nur bei dir an;
Und mir ist ganz egal wer du bist, solang ich dir vertrauen kann.*

 

Du fängst ständig was an in deiner (Arbeits-)umgebung. Ohne, dass dir jemand sagt, was zu tun ist. Und ohne, dass du das für was Besonderes hältst. Du bist einfach so. Menschen kommen zu dir, weil sie wissen: du kennst gute Antworten. Und wenn nicht, stellst du immerhin passende Fragen. Du hast schon viel gewuppt, trägst selbstverständlich Verantwortung für dein Handeln, bist manchmal fast am Verzweifeln, weil nichts vorwärts geht und kannst doch nicht aufhören mit dem Machen.

 

Niemand kann dir nehmen was du bist; weil deine Kraft in Dir unendlich ist.*

 

Love it. Change it. Love it more.

 

Dir liegt das Unternehmen, in dem du wirkst, sehr am Herzen. Ja, du liebst es – mit all seinen Fehlern und Schwächen. Und du willst, dass es noch lange existiert und auch von anderen geliebt wird. Auf Dauer.

 

Und genau deshalb bist du da: um das Unternehmen bis zur Vollendung seiner Metamorphose zu begleiten. Und es noch mehr zu lieben.

 

You love it. You change it. You love it more.

 

Egal in welcher Rolle du bist: Unternehmerin oder Unternehmer, Kommplizin oder Kommplize, tu all das, was du vorhast, nicht allein. Tu es mit deinen Kommplizen. Das geht leichter, fühlt sich großartig an und ist der klügste Weg, um Grenzen zu überschreiten, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben.

 

Kommplizen werden geboren. Und bei uns werden sie zu Schmetterlingen.

Komm!

 

Deine Gabriele Feile und alle Kommplizinnen und Kommplizen

PS: Wenn du ganz neu hier bist, stelle sicher, dass du unsere Kommplizen-Post bekommst.

 

 

*Aus dem Song: Der Mensch, auf den du wartest. (Peter Maffay),

(auch auf der Kommplizen-Playlist)

 

Über den Klub der Kommplizen:

Sobald echte Kommplizinnen und Kommplizen zusammen kommen, passiert etwas Magisches: Ihre Talente, ihre Beherztheit und ihre Schaffensfreude verschmelzen. Sie vollbringen Dinge, die atemberaubend und weltbewegend sind. Unternehmen und Menschen metamorphosieren. Und die Welt auch.

Alles zum Klub der Kommplizen 

 

Teile diesen Beitrag, wenn ihn andere unbedingt kennen sollten: