Die Dänen gelten als die glücklichsten Menschen der Welt – auch bei der Arbeit. Kein Wunder, dass die Happiness at work Konferenz im Mai 2018 schon zum zehnten Mal in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen stattfand. Und dieses Mal war ich dabei!

 

Schon fast zehn Jahre verfolge ich die Arbeit des Chief Happiness Officer, Alexander Kjerulf. Nie hatte ich es geschafft, ihn persönlich zu treffen. Denn obwohl er schon in 50 Ländern über Happiness at work gesprochen hat, war er nur ganz selten mit dem Thema in Deutschland (warum bloß?). Jetzt hatte es also geklappt – und ich bin immer noch happy deshalb.

 

Happiness at work Why

 

Eine weibliche und glückliche Zukunft

 

Die Konferenz hat sehr viel Spaß gemacht. Auf der Bühne und im Publikum tummelten sich Menschen aus vielen Ländern und Kontinenten. Besonders beindruckte mich, dass die Anzahl der weiblichen und männlichen Referenten fast ausgeglichen war. Im Publikum waren, wie immer bei solchen Themen, zwei Drittel Frauen.

 

„Warum das so ist?“ wollte eine Teilnehmerin wissen. Der Moderator Mikael Kamber, ein bekannter Nachrichtenmoderator aus Dänemark und Emiliana Simon-Thomas, Professorin aus Berkeley (Kalifornien), die über „The science of happiness at work“ sprach, konnten es beide nicht genau erklären. Mikael meinte dazu: „The future belongs to women.“

 

New Work? Nie gehört!

 

Ich machte den Test und warf in diversen Gesprächen mit anderen Teilnehmern immer wieder Begriffe wie „New Work“ oder „agile“ ein. Niemand von den Anwesenden hatte diese Begriffe bisher gehört. Wie angenehm! Das scheint also ein Phänomen zu sein, das sich sehr stark in Deutschland abspielt, wenn man von der „Zukunft der Arbeit“ spricht. Auch den Begriff „Digitalisierung“ hörte man nicht gar so oft wie sonst.

 

Das Wort „Happiness“ wiederum wird in Deutschland so gut wie nicht benutzt, auch weil die Übersetzung „Glück“ nicht eindeutig ist. Wir sagen nicht: „Ich bin glücklich bei der Arbeit.“ Wir sind am ehesten noch „zufrieden“. Warum ist das wohl so? Die Dänen haben sogar ein eigenes Wort für „Happiness at Work“: Arbejdsglæde.

 

Und außerdem scheint es mir, als ob sich bei uns im Land Techniken, Technologien, Schablonen und Werkzeuge eher durchsetzen, als grundsätzliche Themen, die wir Menschen alle schon beherrschen und nur anzuwenden brauchen. Liegt das an unserer viel gepriesenen Ingenieurskunst? Reparieren wir lieber alles Technische, anstatt uns um unser persönliches Wohlbefinden zu kümmern? Darf Arbeiten nicht angenehm sein und Spaß machen?

 

 

Happiness at Work fun

 

 

Mitgefühl, Optimismus, positive Vision, Team, gute Beziehungen, Sinn, Gesundheit, bessere Welt

 

Das waren die Begriffe, die sehr häufig zu hören waren in Kopenhagen. Und was soll ich sagen? Die sind einfach besser fürs Herz! Die Stimmung war großartig, die Sonne scheinte, es gab Eiscreme, die Präsentationen waren voller Humor, wir tanzten nach der Mittagspause – und alle waren happy.

 

Ein CEO, der glücklich macht (und keine Seelen frisst)

 

Für mich war der Höhepunkt der Konferenz der markante Schluss: Garry Ridge, CEO von WD-40 einem börsennotierten Unternehmen aus Kalifornien. Bekannt durch sein namengebendes Produkt: ein Schmieröl, das für fast alles eingesetzt werden kann, ob im Garten, bei der Arbeit, in der Werkstatt, im Auto oder beim Sport.

 

Im Jahr 1997 begann die Reise, auf der sich die Kultur von WD-40 ganz außergewöhnlich änderte. Die Erfolge sind folgerichtig genauso außergewöhnlich: Fast 100 % Zufriedenheit und Weiterempfehlungsrate der Mitarbeiter, Vervierfachung der Umsätze, weltweite Ausweitung der Geschäfte, hochzufriedene Aktionäre. Und noch vieles mehr.

 

Besonders beeindruckt hat mich Garrys gnadenlos ehrliche Einstellung zum Thema „Führen“. Er sagt so Dinge wie:

 

„If you cannot be a good leader, do not lead.“

„Leadership is not about being in charge. It is about caring about the ones that are in charge.“

„We don’t make mistakes. We have learning moments.“

„Your vibe attracts your tribe.“

 

Ich empfehle von Herzen, dir das folgende Video seines Auftritts anzuschauen. Es dauert 40 Minuten, ist sehr unterhaltsam, und das Englisch ist gut zu verstehen. Es zeigt, dass es möglich ist, ein börsennotiertes Unternehmen so zu führen, wie es sich gehört: man beginnt mit den Menschen im Unternehmen, sie kümmern sich um die Kunden und die Kunden kümmern sich um die Aktionäre. Ganz einfach.

 

 

 

 

Was noch fehlt bei WD-40?

 

Ein paar Frauen im Vorstand!

– findet deine Kommplizin Gaby Feile

 

PS: Besonders beindruckend ist, wie WD-40 die Finanzkrise anging: ohne Entlassungen und ohne Streichung von Benefits – aber mit einem großen Versprechen, das sie hielten.

 

Über die Kommplizin:

Gaby Feile hat endlich die Aufgabe angenommen, vorweg zu gehen und zu führen. Das geht nur, wenn man sich für Menschen interessiert. Im Klub der Kommplizen bringt sie Neumacherinnen und Neumacher aus verschiedenen Unternehmen zusammen. Das ist also ihr Tribe.

Mehr über Gaby Feile

 

Happiness at work leader