Nehmen und Geben ist wie Soll und Haben

 

„Ein gutes Unternehmen ist wie ein Stern, der Energie erzeugt und abstrahlt, damit andere sich in der Wärme sonnen und darin gedeihen können.“

 

Das steht im Buch von Mike Fischer, einem Unternehmer durch und durch. Er ist Fahrlehrer, Gastronom, Autovermieter, Fahrerverleiher, Bauunternehmer und irgendwie auch Herbergsvater. Und: Spezialist im Regeln brechen. Er weiß jetzt schon, wie er mit dem Thema „Autonomes Fahren“ in seinem Unternehmen umgehen wird. Ein Visionär ist er also auch – und einfach ein sehr sympathischer Typ. Und dabei bescheiden und bodenständig.

 

„Kennengelernt“ habe ich ihn durch ein Interview mit Faktor A, dem wirklich sehr guten Magazin der Arbeitsagentur. Seine Antworten haben mir aus dem Herzen gesprochen und ich bedaure es seither, dass ich meinen Führerschein schon habe. Denn in der Ferienfahrschule der Fischer Academy hätte ich ihn gerne erworben.

 

Dort schafft man das in einer Woche, weil man Ausbildung und Prüfung in Gera macht, alles am Stück und mit anderen Fahrschülern aus ganz Deutschland. Man wohnt während der Ausbildung im schicken Fahrschul-Internat und isst unter anderem Pizza von der eigenen Pizzeria.

 

Mike Fischers Buch „Erfolg hat, wer Regeln bricht“ lässt sich in einem Schwung lesen. Er erzählt Geschichten, die ihm in seinem (Unternehmer-)Leben passieren, und wie das ist mit dem Regeln brechen. Man erfährt, dass er nur noch mit Menschen arbeitet, die brennen, für das, was sie tun; warum er so viel Zeit in die Mitarbeiterkommunikation investiert; und wie er „Ausmisten“ zu einer ständigen Aufgabe gemacht hat. Besonders beeindruckt hat mich das Kapitel „Zahlungsziel zwei Tage“. Aus diesem Kapitel stammt das Zitat am Anfang des Artikels.

 

Alles ohne Dispo

 

Sein Vater, Inhaber eines Baubetriebs, hatte nie einen Kontokorrentkredit bei seiner Bank, erzählt Fischer. In all seinen Verträgen vereinbarte er nämlich Abschlagszahlungen mit seinen Kunden. Immer, wenn nicht pünktlich bezahlt wurde, zog er seine Mitarbeiter sofort von der Baustelle ab.

 

Ganz anders handhabt das ein selbständiger Tischlermeister mit drei Angestellten mit schwerwiegenden Folgen: Er hatte einen Auftraggeber, der ihm 85.000 Euro für erbrachte Bauleistung schuldete. Unter Tränen erzählte er das Mike Fischer beim Kaffeetrinken.

 

Bezahlt wird innerhalb von zwei Tagen

 

Die Fischer Academy bricht die fragwürdige Regel, dass man Rechnungen auf den letzten Drücker oder gar erst nach der zweiten Mahnung bezahlt. Stattdessen wird jede Rechnung innerhalb von zwei Werktagen bezahlt – ohne Ausnahme und selbst wenn das Zahlungsziel 14 Tage lautet. Warum? Weil danach das fantastische Gefühl aufkommt, ein fairer Partner für die Lieferanten zu sein.

 

„Denn“, so behauptet Mike Fischer frech, „die meisten Unternehmen (und auch Nicht-Unternehmer) bezahlen Rechnungen so spät wie möglich, um das Geld noch ein Weilchen behalten zu können. In dieser Zeit arbeitet es schließlich für sie. Es bringt (vielleicht) Zinsen ein oder der Dispo-Kredit kostet weniger. Das lohnt sich, denn aufs Jahr kann man für jeden Euro noch ein paar Cent rausholen!“

 

Ein hoher Preis

 

In Wahrheit ist der Nutzen negativ. Denn selbst wenn man so ein paar Euro im Jahr „verdient“, kostet es die Beziehung zum Lieferanten oder Dienstleister. Dort herrscht zukünftig Misstrauen vor statt Wertschätzung. Das ist ziemlich teuer.

 

„Und noch schlimmer“, so Mike Fischer, „ein Unternehmen, das so handelt, kann sich nicht selbst wertschätzen, nicht stolz auf sich sein. Das ist noch viel teurer!

 

Wirtschaft basiert auf dem Tausch von Leistung und Gegenleistung. Der Lieferant oder Dienstleister erbringt seine Leistung – meistens pünktlich. Die Gegenleistung wird aber durch späte Zahlung hinausgezögert. Die gelieferten Getränke sind beispielsweise schon halb leer getrunken und der Lieferant muss nachfragen, wann sein Geld ankommt. Wie wirkt denn das auf einen Lieferanten? Und welchen Eindruck hinterlässt man als Kunde, wenn man so handelt?

 

Für Lieferanten sind solche Kunden ein Ausfallsrisiko, man kann ihnen nicht vertrauen. Beim nächsten Mal liefert ein Lieferant weniger gern, eine gute Partnerschaft sieht anders aus. In der Zeit, in der eine Rechnung nicht bezahlt ist, lebt der Kunde vom Lieferanten oder Dienstleister. Der eine nutzt den anderen aus!

 

Wie machen die das besser?

 

Bei der Fischer Academy haben sie ausgetüftelt, wie sie es zu jeder Zeit (auch in der Urlaubsphase oder wenn viele krank sind) schaffen, innerhalb von zwei Tagen jede eingehende Rechnung zu prüfen und zu bezahlen. Ausreden gibt es nicht. Geben und Nehmen sind jederzeit ausgeglichen. Und: es wird darauf geachtet, dass auch die eigene Leistung pünktlich bezahlt wird. Sonst stimmt ja wieder was nicht mit der Balance.

 

Kontencheck!

 

Finde doch mal raus, wie schnell (oder wie langsam) Rechnungen in eurem Unternehmen bezahlt werden. Wenn du mutig genug bist, frag mal nach, warum das so lange dauert. Und wenn du eine Kommplizin oder ein Kommplize bist, finde eine Lösung, damit Nehmen und Geben zukünftig ausgeglichen sind.

 

Denn Lieblingsplätze sind nicht nur für Mitarbeiter oder Kunden da. Auch Lieferanten, Dienstleister, Nachbarn, Post- und Paketboten, Familienangehörige, Passanten und Mitbürger haben gerne mit Unternehmen zu tun, die für alle gut sind. Nicht nur für wenige!

 

Leg los mit dem Regeln brechen

-feuert dich deine Kommplizin Gaby Feile an

 

PS: Gemeinsam geht’s natürlich leichter. Such dir also Kommplizen, die dich unterstützen. Hier gibt’s welche.

 

Über die Kommplizin:

Gaby Feile ist eine Unternehmerin, die es ernst meint und etwas unternimmt, auch wenn das heißt: Regeln brechen. Dafür zu sorgen, dass „alle gewinnen“ gehört dazu.

Mehr über Gaby Feile

 

Über den Klub der Kommplizen:

So wie in der Nationalmannschaft, kommen im Klub der Kommplizen begabte Macherinnen & Macher aus verschiedenen Unternehmen zusammen. Ihre Mission: Unternehmen zu Lieblingsplätzen für alle zu machen.

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