April 2020 (Planet Erde) – Schon mehrere Monate hält die Welt – buchstäblich – den Atem an, wegen eines Viruses mit dem Namen Corona. Wir wurden ausgebremst und zwangs-entschleunigt. Wir singen beim häufigen Händewaschen „Happy Birthday“ und wir wundern uns, was Menschen in Notzeiten für so wichtig halten, dass sie es hamstern.

 

Im JETZT leben

 

Was Achtsamkeits-Könner und Müßiggang-Erprobte uns schon seit Jahren näher bringen wollen, hat ein Virus in kürzester Zeit geschafft: Wir verzichten aufs Pläne machen und leben im Moment. Niemand weiß, was morgen, ja nicht einmal, was in in einer Stunde geschieht. Was nützt es also, sich darum zu kümmern? Verabredungen zum After-Work-Bier, regelmäßige Yoga-Stunden oder Chorproben sind passé. Virtuelle Alternativen sind zwar da, aber sind wir ehrlich: es ist nicht dasselbe. Und auf die Technik ist ja nicht wirklich Verlass, bei allem Hang zur Digitalisierung.

 

Wir achten darauf, uns nicht ins Gesicht zu fassen, meditieren, um die Gedankenspirale zu durchbrechen und genießen die Sonne, sofern sie scheint, wohl wissend, dass es dieselbe Sonne ist, die an dem Ort strahlt, an dem wir unseren diesjährigen Urlaub hätten verbringen wollen. Und wir können dabei unseren Haaren beim Wachsen zuschauen, auch den grauen :-). Vielleicht gibt es bald eine neue Kennzahl, mit der wir den Grad unserer Gelassenheit messen können: Zeit zwischen zwei Friseurbesuchen.

 

Wir tun endlich die Dinge, die wir schon lange tun wollten: ausmisten und loslassen. Und fragen uns, warum wir so viel Zeugs angesammelt haben – und wofür.

 

Die Zukunft nach Corona Limit

 

Tempolimit? Tempolimit!

 

Meine Nachbarin sagte kürzlich zu mir, als wir uns (mit gebotenem Abstand) über unsere Balkongeländer hinweg unterhielten:

 

„Wäre es nicht schön, wenn wir jedes Jahr ein paar Wochen Ausgangsbeschränkungen hätten? Dann käme man endlich mal ein bisschen runter, und der Druck nähme ab!“

 

Hm, dachte ich mir später, Genau dazu sind Ferien und Urlaub eigentlich da: zum Runterkommen und Druck ablassen. Doch das scheint nicht mehr zu reichen. Wie konnte es nur so weit kommen?

 

Die Diskussion um ein Tempolimit auf Autobahnen könnten wir also in einem anderen Kontext führen: wir könnten unserem Leben eine Geschwindigkeitsbegrenzung verpassen. Statt immer auf der Überholspur zu fahren, zu drängeln und unter vermeintlichem Zeitdruck zu leben, könnten wir genügsamer sein, anderen Menschen Raum geben und die Reise genießen. Um den Weg zu finden, brauchen wir nicht mal Technik.

 

Die Zukunft nach Corona Karte

 

Und was wollt ihr dann?

 

Nachdem in der ersten Woche mit Schließung aller Schule, sich online die Tipps fürs Überleben im Home Office gestapelt hatten, wurden in der zweiten Woche gerne Fotos gezeigt, auf denen Menschen vor Bildschirmen sitzen und ihr(en) Stammtisch/Workshop/Meetup/etc. virtuell abhalten. Ganz ehrlich? Ist das wirklich eine Dauerlösung oder könnten wir uns fragen: warum und wofür sind diese Termine da? Könnten wir sie einfach weglassen? Oder sie durch etwas anderes ersetzen?

 

Eine Welt, die nur noch aus virtuellen Begegnungen besteht, gab es schon einmal: Second Life hieß das damals – es hat sich nicht durchgesetzt, und wir wissen doch warum! Menschen sind soziale Wesen, das ist klar, und virtuelle Begegnungen erfüllen das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt nicht – besonders nicht den körperlichen Kontakt (und hier meine ich subtile Berührungen genauso wie Händeschütteln oder Umarmungen, die nachweislich positiv auf unsere Psyche wirken).

 

Die Zukunft nach Corona

 

Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat sich als einer der Ersten getraut: in seiner Regnose (dem Gegenteil einer Prognose), die in kürzester Zeit viral ging, schaut er zurück aus der Zukunft. Im September 2020 werden wir über die Gegenwart völlig anders denken und werden erkennen, wozu dieses Er-leben gut war, sagt er.

 

Ein Auszug:

„Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor der Krise erschien Technologie als Allheilmittel, als Träger aller Utopien. Heute glaubt kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – an die digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander? Wir staunen rückwärts, wie viel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.“

 

Menschen, die sich schon lange eine andere Welt wünschen, waren von seiner Vision sofort begeistert, andere waren sofort skeptisch. Die Skeptiker sagen: „Die Zukunft kommt eh anders, als wir das wollen. Wir haben keinen Einfluss darauf, und die meisten Menschen wünschen sich doch, dass alles wieder so wird wie vorher.“ Horx hat darauf eine klare Antwort:

 

„So wie vorher wird es nie wieder werden!“

 

Was ja klar ist, denn wir haben eine neue gemeinsame und globale Erfahrung gemacht, die sich nicht einfach auslöschen lässt. Deshalb nennt es Horx: „eine historische Chance“.

 

Die Zukunft nach Corona Weg

 

Wie wird sie also, deine Zukunft?

 

Du kannst Astrologen fragen oder dir die Karten legen lassen. Oder du entscheidest selbst, wie sie wird.

 

Kannst du das? Und ob!

 

Du hast es schon hundertfach getan: Als du entschieden hast, zu heiraten, Kinder zu bekommen oder ein Haus zu bauen. Als du umgezogen bist, den Job gewechselt hast oder dich von jemandem getrennt hast. Als du alles hingeschmissen hast, um die Welt gereist bist oder ein Unternehmen gegründet hast.

 

Jedes Mal, und noch viel öfters, hast du bewusst eine neue Zukunft begonnen, nämlich die, die du dir in diesem Moment gewünscht hast. Du warst dir sicher, dass du das Richtige tust, und rückblickend war es auch so. Auch wenn so manche Enttäuschung dabei war.

 

Jeder Schritt, den du also gehst, führt dich weiter voran. Wenn du heute an einer Weggabelung stehst und dich für eine Richtung entscheidest, hat das direkten Einfluss darauf, wo du dich morgen befindest. Und: es gibt sie nicht, die EINE Zukunft. Es gibt VIELE Zukünfte. Daniel Schimmelpfennig, ein Futurist, empfiehlt eine Übung: Stell dir die Zukünfte nicht nur in Bildern vor. Sondern frage dich: Wie schmecken, riechen, fühlen sich die Zukünfte an?

 

Das dazu passende Lied aus der Kommplizen-Playlist:

Meine eigenen Wege von Heinz Rudolf Kunze

 

 

Ich weiß, wie sich die Zukunft nach Corona für mich anfühlt – und wie sie riecht. Schau den kurzen Film, um es zu erfahren:

 

 

Wie wir in allen Zukünften wirtschaften ist entscheidend

 

Ich sage das gerne und deutlich: die Art, wie wir wirtschaften, beeinflusst unser Leben ganz immens. All die großen Herausforderungen des Planeten – von Krieg, ungleiche Verteilung, Hunger und Flucht über Themen wie Gesundheits-, Bildungs- und Rentensystem bis hin zu Klimaschäden durch die Ausbeutung des Planeten: sie alle lassen sich auf unsere Art zu wirtschaften zurück führen. Die gute Nachricht: wir können uns entscheiden, anders zu wirtschaften und damit all die großen Themen des Planeten einfach durch anständiges und sinnvolles Tun lösen. Eine neue Wirtschaft ist also eine Zukunft, für die wir uns entscheiden können.

 

Also?

 

Wenn du zweifelst, ob die Zukunft nach Corona, also dein Leben und das von uns ALLEN, ein gutes sein kann, dann wische die Zweifel vom Tisch und sage dir: Ja, es wird ein gutes Leben, es wird sogar besser! Weil ich es heute entscheide! Und dann tu es. Und rede darüber. Denn je mehr Menschen sich für das gute Leben entscheiden, desto eher wird die Welt so werden, wie wir sie uns wünschen.

 

Die Zukunft nach Corona ist das, was wir heute daraus machen!

 

Viele schöne Zukünfte wünscht dir

deine Kommplizin Gaby Feile

 

PS: Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Wenn du dich NICHT selbst entscheidest, tun es andere. Und dann bekommst du halt deren Zukunft.

PPS: Warum wir jetzt dringend Visionen und Utopien brauchen, und was der Unterschied zwischen Vision und Mission ist, das kannst du hier entdecken.

 

Über den Klub der Kommplizen:

Sobald echte Kommplizinnen und Kommplizen zusammen kommen, passiert etwas Magisches: Ihre Talente, ihre Beherztheit und ihre Schaffensfreude verschmelzen. Sie vollbringen Dinge, die atemberaubend und weltbewegend sind. Die Welt metamorphosiert.

Alles zum Klub der Kommplizen 

 

Teile diesen Beitrag, wenn er dir gefällt: