Eine Frage der Definition

 

Der Duden definiert Gemeinschaft als ein Zusammensein oder Zusammenleben in gegenseitiger Verbundenheit. Die eheliche Gemeinschaft oder die freie, friedvolle Gemeinschaft von Völkern werden als Beispiele aufgeführt. Übertragen auf Gruppierungen, Unternehmen, Länder und Staaten weltweit finden wir genau solche Zusammenschlüsse, die sich als Gemeinschaft definieren und den Gedanken der Zusammenheit leben.

 

Unsere Art des Lebens vor der COVID-19 Pandemie bot uns diverse Treffpunkte, um zusammen zukommen und das Beisammensein zu genießen. Ein Abend im Restaurant oder im Kino, war für uns der Inbegriff von Gemeinschaft. Die Definition des Dudens wurde oft auf das räumliche Beisammensein reduziert. In der Gemeinschaft fühlten wir uns wohl – fast schon geborgen. Wir fühlten uns gut aufgehoben.

 

Macht Corona einsam?

 

Dagegen fühlten wir uns schnell einsam, wenn wir mit uns allein Zeit verbrachten. Wir begannen, uns ziemlich zügig nach der Gemeinschaft zu sehnen und fanden den vermissten Kontakt und Anschluss großteils in den sozialen Medien. Die virtuelle Gemeinschaft war besser, als gänzlich allein mit unseren rastlosen Gedanken gefangen zu sein. Gemeinschaft bedeutete vor allem nicht alleine zu sein.

 

Das Leben jetzt, im neuen, verlängerten Lock Down und inmitten der Corona Krise, scheinen wir die Definition wieder umkehren zu können. Wir könnten ein kollektives Verständnis für das große Ganze entwickeln und uns sehen, wie wir sind – ein kleiner Netzpunkt in einem bedeutenden, weltweit aufgestellten Geflecht.

 

Ein starkes Geflecht welches es ermöglichte, dass das Virus sich innerhalb von kürzester Zeit zu einer weltweiten Pandemie entwickelte.

 

Als Einzelperson sind wir ein kleiner Netzpunkt im Flechtwerk der Menschheit – aber in der Gemeinschaft halten wir sämtlichen Epidemien, Druck und anderen äußeren Einflüssen stand. Mit jedem Individuum kann das Geflecht stärker werden und jeder Netzpunkt trägt seine Verantwortung für die Stabilität des Netzes in seiner Umgebung. Schwache Punkte werden durch umliegende, stärkere Punkte gestützt. Die Spannung kann ausgeglichen werden.

 

Corona und Gemeinschaft

 

Mit diesem Verständnis für unser Selbst und unseren Nachbarn, könnten wir ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, welches nicht zwangsläufig auch räumliches Beisammensein voraussetzt. Unsere aktuelle Situation lehrt uns, uralte Werte neu zu definieren und zu leben. Respekt für den Mitmenschen, Verantwortung für das Selbst und die Achtung des Gegenübers machen eine Gemeinschaft lebenswert.

 

Indem wir verstehen, dass alle – ungleich unserer Farbe, Herkunft, Geschlecht oder Alter – ein Bestandteil des weltweiten Menschengeflechtes sind, ist eine außergewöhnliche Herausforderung, wie eine Pandemie diesen Ausmaßes ertragbar. Sie bringt uns, wenn wir es zulassen, in die Verbindung mit unserem Selbst und überdies in die Verbindung zu unserem Platz in der globalen Gemeinschaft.

 

Über den Klub der Kommplizen:

Sobald echte Kommplizinnen und Kommplizen zusammen kommen, passiert etwas Magisches: Ihre Talente, ihre Beherztheit und ihre Schaffensfreude verschmelzen. Sie vollbringen Dinge, die atemberaubend und weltbewegend sind.

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Über Nadja Rondke:

Nadja hat ihre Leidenschaft in der Persönlichkeitsentwicklung gefunden und schreibt derzeit ihr erstes Buch zu diesem Thema. Mit ihren Ansätzen und Impulsen möchte sie Sinn-Suchenden Mut und Inspiration geben, die Reise ins Selbst anzutreten.

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