Hört auf zu arbeiten!

 

„Wann hatten Sie das letzte Mal das Funkeln in den Augen, als Sie gearbeitet haben? Wann haben Sie das letzte Mal aus tiefster Überzeugung heraus geliebt, was Sie tun? Wann waren Sie das letzte Mal in Ihrem Element? Kompromisslos? Begeistert? Idealistisch? Enthusiastisch? Oder anders herum gefragt: Wann haben Sie es verlernt?“

 

Das steht auf der Rückseite des Buches „Hört auf zu arbeiten!“* von Anja Förster und Peter Kreuz.

 

Wer jetzt abwinkt und sagt: „Wie soll das gehen? Ich kann nicht einfach aufhören zu arbeiten – ich muss Rechnungen zahlen!“ der ist auf dem Holzweg (und weiß es ganz tief drinnen auch).

 

Denn genau das meinen Förster & Kreuz, wenn sie uns empfehlen, nicht mehr zu arbeiten: Keine Arbeit um der Arbeit willen, sondern um der Freude willen!

 

Lesen in einem Rutsch

 

Das Buch ist eines, das man, wenn man sich nicht zurückhält, komplett mit einem Textmarker markieren kann – so viele Aussagen enthält es, die man bemerkenswert findet. Zumindest ich finde das.

 

Die Autoren führen uns Leser:innen durch die Entwicklung der Wirtschaft und erklären verständlich, woher unsere Glaubenssätze, unsere Arbeitsorganisation und unser Leiden kommen. Die Industrialisierung, die ohne Zweifel große Vorteile für die Menschen brachte, hat Standards kreiert, die heute immer noch gelten.

 

Schulen und Unternehmen gingen damals eine Symbiose ein. Ziel war es, ein Heer von Arbeiter:innen zu produzieren, das die Wirtschaftsmaschinerie am Laufen hielt. Und zwar durch Ableisten von immer gleichen Handgriffen am Fließband, durch Befolgen von Anweisungen und durch den Einsatz ihrer Muskelkraft.

 

Jede:r ist ersetzlich

 

Jetzt ist Zeit, um mal kurz inne zu halten und dir vor deinem inneren Auge deinen aktuellen oder letzten Arbeitsplatz vorzustellen. Inwiefern unterscheidet er sich von dem von Fabrikarbeiter:innen vor mehr als 100 Jahren? Und wie haben sich die Bedingungen des Bildungssystems geändert? Was meinen Politiker:innen wenn sie von „Leistungsträgern der Zukunft“ sprechen?

 

Eine Lösung: sein Ding machen

 

Anja Förster und Peter Kreuz beschreiben unterhaltsam, wie Menschen aus diesem Korsett ausbrechen – und die Beispiele machen wirklich Mut. Unweigerlich kommt man als Leser:in irgendwann an den Punkt, an dem man sagt:

 

„Ich mache jetzt mein Ding.“

 

Viele machen das schon, für andere ist es der Traum, den sie irgendwann mal verwirklichen wollen. Und jetzt kommt’s: Dein Ding machen funktioniert nicht!

 

(Kurze Pause zum Empören und/oder zum Luftschnappen)

 

Das Zitat, das ich auf Seite 129 markiert habe lautet:

 

„Wenn es wirklich so einfach wäre „sein Ding“ zu machen, dann wäre die Welt nicht voll von Leuten, die sich trotz ihrer guten Ausbildung irgendwie am Existenzminimum durchs Leben schlagen.“

 

Die Empfehlung, die zwei Seiten weiter kommt, heißt:

 

„Mache, was du liebst, arbeite hart, sehr hart, sei leidenschaftlich, sei zielstrebig, sei offen für Neues, engagiere dich, mehr als verlangt, sei diszipliniert, hartnäckig, halte durch und arbeite wirklich hart, sogar noch ein wenig härter – und das Geld wird dir folgen!“

 

Der Köder ist dem Fisch seine Motivation 😉

 

Wer mich kennt weiß, dass ich immer wieder davon spreche, dass der Köder dem Fisch schmecken muss, nicht dem Angler. Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern das hat Dale Carnegie in seinem Buch „Wie man Freunde gewinnt“ schön beschrieben. Womöglich hat er es auch von jemandem geklaut, denn: so neu ist das ja nicht! Fische mögen halt einfach keine Schokolade, also nimmt man einen Wurm zum Angeln.

 

Wer also sein Ding machen UND genügend Geld verdienen will, muss einen Köder finden, der anderen schmeckt. Im Buch „Hört auf zu arbeiten!“ schreiben die Autoren von „bedeutsamen Tätigkeiten“. Diese zeichnen sich „durch einen hohen Grad an Selbstbestimmung aus, werden als persönlich sinnvoll wahrgenommen und liefern einen Wertbeitrag für etwas, für eine Sache oder für andere Menschen.“

 

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Korrektur Oktober 2020

 

Es ist ein Novum, dass ich einen alten Artikel von mir für alle sichtbar und vehement korrigiere. Heute fünf Jahre nach dem Lesen des Buches „Hört auf zu arbeiten“ und dem Schreiben dieses Buchtipps, einige Höhen und Tiefen – inklusive eines „gescheiterten“ Start-ups, einer Pandemie und einer vollendeten Metamorphose später – sehe ich das, was Förster & Kreuz schrieben, ganz anders.

 

In der Tat sehe ich die Aussage (und nicht nur die): „arbeite hart und diszipliniert“ mittlerweile sehr kritisch. Denn genau das habe ich all die Jahre getan. Ich hatte sogar etwas gefunden, das Bedeutsamkeit für mich und für viele, ja für ganz viele und den Planeten hatte (Unternehmen, die Lieblingsplätze für ALLE sind), und ich tat, was ich gerne tat – mit Leidenschaft und Freude und mit wunderbaren Menschen.

 

Und dennoch war es einfach nicht: mein Ding! (Und by the way: Das Geld folgte nicht).

 

Was ist das eigentlich: dein Ding?

 

Genau hier liegt nämlich der Hase im Pfeffer: Das Ding ist nicht unbedingt „dein Ding“. Und schon gar nicht, wenn wir etwas tun, was hauptsächlich für ANDERE eine große Bedeutung hat. Es geht nämlich nicht um die „Anderen“ (ganz im Gegensatz zu dem, was Förster, Kreuz und ich oben schrieben). Es geht auch nicht um „mein“ oder „dein“ Ding. Es geht um nichts Geringeres als um das, wofür du engagiert wurdest.

 

Dein Zweck der Existenz, dein Purpose, deine Lebensaufgabe stehen seit deinem ersten Tag fest. Daran kannst du nicht rütteln. Du kannst, du darfst (im Prinzip musst du) sie erfüllen. Und ja, wenn du das tust, dann hat das selbstverständlich Bedeutung für andere Menschen und für dich!

 

Allerdings nicht in dem Sinne, dass sie dein Produkt kaufen oder deine Dienstleistung buchen. Sondern in dem Sinne, dass sie sich darauf verlassen, dass du die Rolle ausfüllst, für die du gebucht wurdest. Setz du also darauf, dass deine Mitspieler:innen das auch tun. Und schwupps: Ihr arbeitet nicht mehr. Schon gar nicht hart (aber vielleicht diszipliniert).

 

Ihr er-schafft, ihr schöpft, ihr kreiert!

 

Die Empfehlung von Förster & Kreuz schreibe ich als Gabriele Feile deshalb so um:

 

„Sei so, wie du gedacht bist, tue, wofür du gemacht bist, er-schaffe und schöpfe viel, oft und leidenschaftlich, sei offen für Neues, engagiere dich – und das Geld ist dir nicht mehr so wichtig und kommt dennoch oder genau deshalb zu dir.“

 

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Das Buch „Hört auf zu arbeiten“ ist (immer noch) für alle, die das Licht am Ende des Tunnels sehen (wollen):

 

Für die, die „ihr Ding“ noch suchen.

Für die, die „ihr Ding“ schon machen aber feststecken und glauben, sie müssten ein neues „Ding“ finden (das kann natürlich sein).

Für die, die ihre Ideen und Talente nicht länger verdrängen oder vergeuden wollen.

Für die, die platzen vor Tatendrang.

Für die, die Mut oder Bestätigung brauchen.

Für die, die aufhören wollen zu arbeiten.

 

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Suchst du Sinn in deiner Arbeit?

Weil so viele Menschen sich nach einer Arbeit mit Sinn sehnen und nicht wissen, wie sie diese finden sollen, gibt es die Kleine Brücke „Sinn-Voll Arbeiten“.

Mit dieser kleinen Brücke erschaffst du dir den Sinn in deiner Arbeit selbst. Sie wird ein sinn-voller Teil deines Lebens.

 

Über den Klub der Kommplizen:

Wir schwingen auf der #Schmetterlingsfrequenz.

Wer vollkommen bei sich selbst ankommen will, nimmt sich Schmetterlinge als Vorbild: Sie ent-falten sich und zeigen der Welt ihre Farben beim Fliegen.

Als Anlauf und Startbahn sind Brücken ideal. Denn sie verbinden dich mit der #Schmetterlingsfrequenz. Und dort gibt es keinen hinderlichen Ballast mehr. Alles ist leicht, und du bist vollkommen du selbst.

Aktiviere deine Selbstfindung!

Über Gabriele Feile:

Gabriele ist angekommen auf der #Schmetterlingsfrequenz und erfüllt ihre Lebensaufgabe: Brücken bauen.

Sie ist sich sicher: Je mehr Menschen so sind, wie sie gedacht sind und tun, wofür sie gemacht sind, je ausgeglichener ist die Welt.

Gabriele fliegt voraus, blickt aus großer Distanz auf die Welt und kann scheinbare Gegensätze verbinden und Brücken zu unerreichbaren Orten bauen.

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