Als Kommplizin in Rom:

Barcamp zum Thema „Zukunft des Recruiting“

 

 

Die Gästeresidenz PelikanViertel in Hannover ist bekannt für ihr markantes Auftreten. „Normales“ Hotelleben findet man hier nicht unbedingt: Man wohnt in Apartments (kurz- oder längerfristig), kann gemeinsam mit anderen Gästen kochen, wandelt auf den Spuren von Sherlock Holmes und hat einen Hund als Mitbewohner. Die Veranstaltungen für Kunden und Gäste sind legendär – Überraschungen sind quasi an der Tagesordnung.

 

Logisch, dass ein solches Haus sich auch intensiv mit Trends und Entwicklungen auseinandersetzt. Statt sich in einen Konferenzraum zurück zu ziehen und PowerPoint-Folien an die Wand zu werfen, machen die Führungskräfte der Gästeresidenz Ausflüge in europäische Metropolen und lassen sich von der Umgebung inspirieren.

 

Als im Sommer der Anruf der Direktorin Doris Teping kam und sie mich nach Rom einlud, um einen Tag mit dem Team zu verbringen, sagte ich sofort Ja, ohne zu wissen, um welches Thema es ging!


Mein liebstes Fachgebiet

 

Doch natürlich war das Thema „meins“. Die Überschrift lautete: Zukunft des Recruiting. Das Ziel war, Ideen zu sammeln, um auch zukünftig offene Stellen leicht und passend zu besetzen. „Es sollen und dürfen gerne Guerilla-Maßnahmen sein“, betonte Teping. Und hatte ein magische Wort benutzt, um mich vollends dafür zu begeistern.

 

Kreativität entsteht nicht am Konferenztisch

 

Der Rahmen für die Veranstaltung war einfach: Die Teilnehmer sollten Spaß haben, Rom kennen lernen, intensiv an den Fakten arbeiten und schließlich mit mir zusammen an Ideen spinnen. Während das Team schon am Donnerstag früh anreiste und ein Weingut besichtigte, arbeiteten sie am Freitag Vormittag strategisch und sammelten Plus- und Minuspunkte für die Gästeresidenz als Arbeitgeber.

 

Am Freitag ging es dann in die Ewige Stadt, und ich traf die Truppe am Abend an der (frisch renovierten) Spanischen Treppe, um gemeinsam ein italienisches Abendessen zu genießen.

 

Barcamp Rom Spanische Treppe

 

Die anschließende Fahrt zur Unterkunft (außerhalb der Stadt) mit einem 10-Sitzer war abenteuerlich, weil die letzten 2 Kilometer durch unbeleuchtetes Gelände führten und man den zahlreichen Schlaglöchern nur schwer ausweichen konnte. Doch die Strapazen lohnten sich. Denn: Wir residierten in einer italienischen Villa mit großem Garten, Pool, Gästehaus und vielen Räumen. Optimale Bedingungen also, um auf außergewöhnliche Ideen zu kommen.

 

Rom Barcamp Villa

 

 

Barcamp Recruiting: keine Agenda und nur EINE Regel

 

Da wir ein Barcamp machten, gab es keine feste Agenda, sondern die Teilnehmer durften bestimmen, woran wir arbeiteten. Den Rest erledigte der „Flow“.

 

Eine Regel gab es allerdings: Wir kritisieren nicht negativ! Damit das klappte, leisteten wir alle einen Schwur, der lautete:

 

„Ich schwöre, dass ich grenzenlos spinne, dass ich alles für möglich halte, und sollte ich destruktive Kritik äußern, gehe ich einmal rückwärts um den Pool.“

 

(An dieser Stelle geht ein Dank an Martin Gaedt, der in seinem Buch „Rock Your Idea“ diesen Schwur der Spinner vorstellt. Ich habe ihn einfach an die Situation angepasst).

 

Wie lief es und was kam raus?

 

Toll war, dass wir die Arbeitsumgebung wechselten, je nach Sonnenstand und Witterung: vom Gartentisch mit Sonnenschirm auf die Wiese im Schatten, danach ins Wohnzimmer des Gästehauses und zum Abschluss an den großen Esstisch. Das hielt nicht nur Sonnenbrand und Platzregen fern, sondern trug auch dazu bei, frisch im Kopf zu bleiben.

 

Rom Barcamp Wiese

 

Trotz punktuellen (normalen) Durchhängern flossen Ideen am laufenden Band. Zunächst ging es interessanterweise in eine gar nicht geplante Richtung. Einen Hinweis auf das was kommt gibt es schon jetzt: das Frühstücksbuffet in der Gästeresidenz wird sich verändern!

 

Obwohl das zunächst nichts mit Recruiting zu tun hat, ist es eine neue Geschichte, die Gästen und Mitarbeitern (und zwar aktuellen und zukünftigen) gefallen wird und positiv auf sie wirkt.

 

Aktualisierung im Juli 2017:

Norddeutsch klar und ziemlich ehrlich erzählt das Team hier, welche Höhen und Tiefen es gab beim Umstellen des Frühstücksbuffets und wie die Gäste reagiert haben. Das war nämlich die große Frage – und auch, ob sie für „Gutes Karma“ mehr bezahlen. So viel vorab: es hat sich gelohnt! Und die Gästeresidenz PelikanViertel ist damit eine Pionierin unter Hannovers Hoteliers. Da will man doch alleine schon wegen des tollen Frühstücks mal wieder in die niedersächsische Landeshauptstadt!

Auch an der Bar gibt es übrigens regionale bzw. nachhaltige Getränke.

 

Am Nachmittag kam dann der Durchbruch, als wir darüber sprachen, wie schwierig es ist, Teilzeitmitarbeiter für den Frühstücksservice zu bekommen.

 

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass das Team sich selbst übertroffen hat und eine Idee entstand, die für Furore in der Stadt Hannover, in Deutschland und bestimmt auch im Internet sorgen wird. Etwas Mutiges, Neues, Kreatives und Wirksames ist in der Mache!

 

Neues dazu im Februar 2017:

Die ersten Schritte für eine außergewöhnliche Aktion sind gemacht. Nur so viel: die Stadt Hannover muss dafür eine Genehmigung erteilen (was sie bestimmt gerne macht). In der Zwischenzeit haben sich schon neue Teammitglieder eingefunden, die den Lieblingskollegen optimal entsprechen. Es hat also schon gereicht, sich darüber auszutauschen. Und: die Entscheidung, von Bewerbern keinen Lebenslauf und keine Zeugnisse mehr zu verlangen, sondern eine Information (in kreativer Form) über das, was sie vorhaben, wurde umgesetzt. Auch wenn sich Bewerber damit noch teilweise schwer tun, haben sich Menschen gemeldet, die man als Quereinsteiger bezeichnet. Noch ist alles offen, aber es sieht gut aus.

 

Meine Empfehlung: Der Gästeresidenz folgen, um nichts zu verpassen. Am besten auf der Website vorbeischauen und dann das Netzwerk deiner Wahl auswählen.

 

Was im Juli 2017 auf Facebook passierte:

 

Kompliment Gaesteresidenz PelikanViertel

 

Das Fazit

 

Wer wirklich Neues erschaffen will, sollte damit anfangen, anders an Dinge heranzugehen:

Warum ein Hotel buchen, wenn es eine Villa sein kann?

Warum am Tisch sitzen, wenn man auch auf der Wiese liegen kann?

Warum einen Plan machen, wenn man auch spontan sein kann?

Warum ein Training buchen, wenn man auch ein Barcamp Recruiting machen kann?

 

Sei doch mutig ruft

deine Kommplizin

Gaby Feile

 

PS: Keiner musste übrigens rückwärts um den Pool gehen.

Alle Fotos: Gaby Feile

 

Über die Kommplizin:

Gaby Feile weiß, dass man sich mit guten Ideen von der Masse abheben kann. Und hilft als Kommplizin gerne dabei mit, die Ideen in die Tat umzusetzen.

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